Ferienbeginn und der Flug wurde annulliert

Normalerweise ist es während der Sommerferien ruhig im Reisebüro. Die Zeiten der Last-Minute-Schnäppchen gehören längst der Vergangenheit an. Seit die Reiseveranstalter ihre Charterrisiken minimiert haben, lohnt es sich früh zu buchen.

Doch diesen Sommer geht es bei uns im Reisebüro hektisch zu. Die Fluggesellschaften bescheren uns einmal mehr unnötige, unentgeltliche Zusatzarbeit. Aus teilweise unerklärlichen Gründen werden Flüge kurzfristig annulliert. Dabei ist Easyjet bei uns Spitzenreiter. Während beim traditionellen Linien-Carrier der Flug oft automatisch auf ein späteres Datum umgebucht wird, ist es den Lowcost-Carrier egal wie die Passagiere an ihr Ferienziel oder nach Hause gelangen. «Help yourself» lautet die Devise. Das heisst für uns, wir müssen selber dafür sorgen, dass unsere Kunden fliegen können. Das ist ärgerlich und verantwortungslos.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Direktkunden der Airlines. Und dies ist wohl mittlerweile der grösste Anteil der Flugbuchungen. Der Trend einen Billigflug sowie eine Unterkunft über einen der bekannten amerikanischen Konzerne zu buchen, setzt sich fort. Nun ja, solange die Unterkunft spesenfrei storniert werden kann und man bei der Rückerstattung des Flugpreises hartnäckig bleibt, entsteht wenigstens kein Schaden. Ausser vielleicht, dass man auf die geplanten Ferien verzichten muss. Doch was, wenn keine kostenlose Stornierung der Unterkunft möglich ist und man einen anderen Flug buchen muss? Dann wird das Ferienbudget strapaziert. In der Hochsaison kurzfristig einen Flug buchen, kann ganz schön ins Geld gehen. Dazu kommt noch der ganze Zeitaufwand. Dabei hat man doch vor den Ferien noch so viel anderes um die Ohren.

Seit langem wird der Pauschalreise das Ende prophezeit. In einem solchen Fall ist sie aber Goldwert. Denn hier ist der Reiseveranstalter für einen Ersatzflug verantwortlich. Und dabei entstehen für den Kunden keine Zusatzkosten. Das Gegenteil ist der Fall: Sollte der angebotene Ersatzflug wesentlich vom ursprünglich gebuchten Flug abweichen, gibt es sogar Geld zurück.

Fazit: Selber direkt einen Flug und eine Unterkunft im Internet buchen ist vielmals ein paar Franken günstiger als das Pauschalarrangement eines Reiseveranstalters. Dafür trägt man aber das volle Risiko. Anders ist es bei der Pauschalreise. Da hat der Reiseveranstalter dafür zu sorgen, dass die gebuchte Reise durchgeführt wird. In Anbetracht des geringen Preisunterschieds, des Zeitaufwandes und der Tatsache, dass regelmässig Flüge storniert sowie Hotels  überbucht werden, lohnt es sich allemal eine Pauschalreise zu buchen. Kommt noch dazu, dass normalerweise bei einer Pauschalreise das einbezahlte Geld bei Insolvenz eines Leistungsträgers versichert ist. Bei weltweit fünfundzwanzig Airline-Pleiten im vergangenen Jahr ist das sicher auch ein wichtiger Punkt. Schliesslich will man ja die Ferien geniessen und keine Probleme lösen. Und egal, ob direkte Einzelbuchung oder Pauschalreise: Ärgerlich sind solche Vorkommisse immer. Umso mehr, wenn die Airlines diese selbst verursachen und sich dann aus der Verantwortung stehlen. Doch was will man von diesen anderes erwarten, wenn sie für vierundzwanzig Franken Flüge nach Mallorca bewerben. Bei solchen Tarifen sind keine Unregelmässigkeiten einkalkuliert.

 

Über Simon Felix 10 Artikel
Als Weltenbummler durfte ich bereits über 75 Länder auf 6 Kontinenten besuchen. Jedes Jahr bin ich insgesamt rund zwei Monate unterwegs, entdecke Städte, Länder und Badeorte. Als Wassersportler liebe ich das Meer. Reisen ist meine Berufung! Darum bin ich Reiseunternehmer geworden und habe die Funtastic Travel GmbH und die Genussreisen GmbH gegründet.