Sal, eine kapverdische Insel mit kilometerlangen Sandstränden

von Simon Felix

Wie ist das eigentlich nun mit dem Wind auf den Kapverden? Ich will mir selbst ein Bild davon machen, und buche bei mir im Reisebüro eine Woche Badeferien auf der Insel Sal.

Mit TUIfly fliege ich anfangs April von Basel direkt auf die Kapverden. Da die Bestuhlung auf Charterflügen relativ eng ist, gönne ich mir für den rund sechsstündigen Flug einen kostenpflichtigen Sitz am Notausgang. Die Flugzeit nutze ich zum Lesen. Auf das kostenpflichtige, geschmacklose Flugzeugessen verzichte ich und decke mich am Flughafen mit einem leckeren Sandwich ein. Bevor wir sicher auf der Insel Sal landen, gibt es noch einer kurze Zwischenlandung auf der Nachbarsinsel in Boa Vista. Diese Insel wäre auch eine Option für mich gewesen.

Nach der Übernahme des Gepäck und den Einreiseformalitäten laufe ich gemütlich zu dem hellblauen Transferbus von TUI. Ich steige als einer der Ersten ein, setze mich und warte. Und warte. Es dauert eine Weile bis der Bus mit Gästen von anderen Flügen voll wird. Ich bereue jetzt schon, dass ich nicht ein Taxi in das 18 Kilometer entfernte Hotel genommen und mir die Warterei erspart habe. Doch, ich bin auch aus beruflichen Gründen hier und will den Transfer testen und sehen, wo die anderen Hotels liegen.

Und dann bis ich da, in meiner Bleibe für die nächsten sieben Nächte.  Mein Hotel, das Riu Palace Cabo Verde gehört zu den Besten auf der Insel. Eine weitläufige 5-Sterne-All-inclusiv-Anlage mit 500 Zimmern. Mein vorgemerkter Wunsch, ein Zimmer in der Nähe von Pool und Strand, wird mir problemlos erfüllt. Die Zimmer sind gross und verfügen über die Annehmlichkeiten, die ein 5-Sterne-Hotel bieten. Die Minibar ist gefüllt und an der Wand hängen noch vier Flaschen Spirituosen mit Dosierer bereit. Trinkfreudige werden sich hier wohl fühlen.

Ich ziehe mir sommerliche Kleidung an und begebe mich zuerst einmal in das Poolrestaurant. Herrlich, draussen auf der Terrasse zu speisen, während es zu Hause noch kalt ist. Nach meiner Stärkung laufe ich zum Strand und mache meine ersten Bekanntschaften mit Berufskollegen. Sie verkaufen Ausflüge. Als Kunden gewinnen sie mich nicht. Warum erkläre ich später. Am Stand ergattere ich mir eine Liege. Ein Vorhaben, dass gar nicht so einfach ist. Die meisten Gäste stehen in der Früh auf und reservieren ihren Liegestuhl am Strand oder am Pool. Leider sieht man sie dann den ganzen Tag nicht und die Liegen bleiben unbenutzt. Ich habe die Rezeption diesbezüglich angesprochen. Aber scheinbar wollen die Bademeister sich nicht mit diesem Problem befassen. Schade. Aber nun habe ich ja meine Liege und geniesse die Sonne und den Strand. Vom Wind spüre ich nichts. Lange hält es mich aber nicht auf der Liege. Ich will die Umgebung erkunden. Ich studiere die Angebote des Tauchshops. Anschliessend mache ich meinen ersten, einstündigen Strandspaziergang. Der Strand bei Riu Palace Cabo Verde ist kilometerlang und aus feinstem Sand. Das türkisfarbene Meer rundet diese Augenweide ab. Einfach traumhaft. Ich spaziere gegen Norden. Dieser Abschnitt ist etwas mehr bevölkert. An den folgenden Tagen wandere ich jeweils gegen Süden. Täglich, und dies meist über eine Stunde in Richtung Santa Maria. Dabei begegne ich nur einer Handvoll Menschen. Fantastisch. Und natürlich wage ich mich auch ins Wasser. Die Temperatur des Meerwasser beträgt kühle 22 Grad. Durch den Wind hat es auch Wellen und Strömungen. Die Bademeister achten, dass nichts schlimmes passiert.

Der Wind hält sich übrigens in Grenzen. Meist weht er um die 20 km/h pro Stunde. Da bläst der Joran manchmal schon etwas stärker über den Bielersee. In den Wintermonaten soll es aber heftiger sein. Fast windstill ist es hingegen im September.

Eigentlich bin ich ja nicht der Buffet-Liebhaber. Ich esse lieber in Restaurants mit Bedienung. Und so brauche ich nach fünf Tagen eine Pause vom Buffet. Ein halbstündiger Spaziergang sowie eine kurze Besichtigung des Hotel Hilton führen mich Santa Maria, dem kleinen Ort in der Nähe. Die Hauptgasse ist Fussgängerzone und lädt zum flanieren und verweilen. Hier und in den Seitengassen gibt es zahlreiche Restaurants und Shops. In einem der Restaurants bestelle ich mein Abendessen und in einer Eisdiele kaufe ich ein Glacé zum Dessert. Mein Fazit: Verpflegungsmöglichkeiten gibt es genug.

Mein Touristiker-Herz verlangt nach einer Inselbesichtigung. Ich buche eine Tour bei der TUI-Reiseleitung. Wie ein richtiger Tourist. Wie bereits erwähnt, verzichte ich auf die Angebote meiner Berufskollegen auf dem Weg zum Strand. Aus versicherungstechnischen Gründen. Auch hier bin ich der Touristiker und weiss, dass solche wilde Anbieter vielfach über keine Haftpflichtversicherung verfügen. Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen: Aber im Schadenfall, was man ja nicht hofft, kann das zu grossen Problemen führen. Bei TUI weiss ich, dass die gegen Personenschäden versichert sind und ich kann notfalls in der Schweiz klagen. Dies als kleiner Tipp an die Blauäugigen.

Mein Ausflug war bestens organisiert. Mit hellblauen Jeeps fahren wir durch die Schotterpisten. Zuerst entlang dem Meer zu der Murdeira-Bucht. Ein kurzer Stopp und dann geht die Fahrt weiter nach Palmeira, einem verschlafenen Fischerdorf an der Westküste. Wir degustieren einheimischen Zuckerrohrschnaps in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Auf der Strasse begegnen wir Händlerinnen, die ihre Ware auf dem Kopf tragen. Afrika pur. Im Hafen erlebe ich, wie sich zwei Fischverarbeiter in die Haare geraten. Mit dem Filetiermesser wird der Übeltäter zur Flucht gezwungen. Nach unserem Aufenthalt geht es weiter zur Buracsona-Lagune, die mit seinem natürlichen Meerwasserpool eine eindrückliche Kulisse bietet. Zurück im kargen Landesinnern erleben wir eine Art Fata Morgana. Eine spannende Erfahrung in der wüstenähnlichen Landschaft.  Weiter geht es durch die Strassen der Inselhauptstadt Espargos hinauf auf deren Hausberg Monte Curral. Auf dem rund 107 Meter hohen Berg geniesse ich einen tollen Ausblick über die Insel. Von hier aus sieht man auch das grosse Fussballstadion der Hauptstadt. Es fasst 8’000 Zuschauer. Das entspricht etwa der Einwohnerzahl der Stadt. Man kann sagen, im Geburtsland von Gelson Fernandes sind sie fussballverrückt. Mein Ausflug wird mit einer natürlichen Wellnessbehandlung abgerundet. Ich geniesse ein Bad in einem Salzsee in Pedra de Lume. Das soll nach den Worten der Reiseleiterin mein Leben verlängern.

Nach einer Woche heisst es Abschied nehmen von den Kapverden. Zum Flughafen nehme ich diesmal das Taxi. Die 15 Euro haben sich gelohnt. Ich bin noch vor dem grossen Ansturm am Flughafen. Auf dem Heimflug beschliesse ich, die Kapverden wieder einmal zu besuchen. Es gibt ja noch ein paar weitere Inseln, die es zu erkunden gibt.

 

 

 

Über Simon Felix 13 Artikel
Als Weltenbummler durfte ich bereits über 75 Länder auf 6 Kontinenten besuchen. Jedes Jahr bin ich insgesamt rund zwei Monate unterwegs, entdecke Städte, Länder und Badeorte. Als Wassersportler liebe ich das Meer. Reisen ist meine Berufung! Darum bin ich Reiseunternehmer geworden und habe die Funtastic Travel GmbH und die Genussreisen GmbH gegründet.